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MASCH - Marxistische Abendschule Hamburg. Forum für Politik und Kultur e.V. ||||

Lektürekurse im Winter 2o22/23


Hinweise zu den Kursen

Auf Grund der Corona Einschränkungen sind wir in den letzten zwei Jahren auf Online-Kurse (Videodiskussionen) umgestiegen. Voraussetzung für die Teilnahme an diesen Kursen ist deshalb eine Anmeldung per Mail (E-Mail Adresse steht unter der Kursbeschreibung).
Wir wollen aber auch weiterhin zusätzlich (physische) Präsenz-Kurse anbieten und starten in diesem Semester versuchsweise wieder damit.



Lektürekurs Aspekte der kritischen Theorie Max Horkheimers (Neu)

Kann mittels dessen, was unter ‚Traditioneller Theorie‘ verstanden wird/wurde, die gegenwärtige Gesellschaft und ihre Entwicklung noch erfasst werden? Was wird unter ‚Traditioneller Theorie‘ verstanden? Was unterscheidet eine ‚Kritische Theorie‘ von der ‚Traditionellen Theorie‘?

Die von Horkheimer behandelten Themen sollen nicht nur historisch, sondern vor allem auch unter Bezugnahme auf die gegenwärtige weltpolitische Entwicklung, in der Kriege auch in den Industriestaaten zum Alltag geworden sind, diskutiert werden. Welche Aufgabe kommt einer ‚kritischen Gesellschaftstheorie’ angesichts einer durch zunehmende militärische Auseinandersetzungen geprägten Welt zu? Was kann eine kritische Gesellschaftstheorie in einer durch die Kulturindustrie geprägten Welt – und die Kulturindustrie hat heute eine größere Bedeutung für das alltägliche Leben als zu Horkheimers Zeiten – noch ausrichten? Ist sie zur Ohnmacht verdammt? Ist angesichts der bevorstehenden Auseinandersetzungen zwischen den sich neu bildenden ‚Blöcken‘ und dem allerorts feststellbaren ‚Klimawandel‘ noch eine grundlegende gesellschaftliche Veränderung möglich?

Diese und andere Fragen werden sich im Zusammenhang mit Horkheimers Vorträgen ergeben und diskutiert werden. Die hierzu zu diskutierenden und ausgewählten Vorträge und Essays werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben und gegebenenfalls bereitgestellt. U.a. werden die Texte ergänzt durch Notizen und Aufzeichnungen Horkheimers die erst kürzlich digital (http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/horkheimer) zugänglich gemacht wurden.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Dr. Michael Löbig
Termin: jeden Donnerstag, 19.00 Uhr
Erster Termin: 20.10.2022
Ort: Universität Hamburg, Von-Melle-Park 5 (WiWi-Bunker), EG, Raum 0080



Lektürekurs Karl Marx: Das Kapital, Band 1 (Neu)

Wer die Gesellschaft begreifen will, in der er lebt, muss auf ein grundlegendes Werk zurückgreifen, das Marx geschrieben hat, als die Gesellschaftsform Kapitalismus sich in Europa gerade durchgesetzt hatte. Wer es in die Hand nimmt, wird schnell feststellen, dass es sich hierbei nicht um ein „veraltetes“ Werk handelt, sondern um ein Werk, dessen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit weit über das hinaus geht, was die heutige Mainstream-Wissenschaft zu bieten hat.

Wir werden uns in diesem Kurs mit dem ersten Band des „Kapital“ beschäftigen und unsere jeweilige Lektüre gemeinsam diskutieren. Insbesondere die ersten vier Kapitel sollen sehr detailliert besprochen werden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, jedoch Ausdauer.

Ausgabe: Marx-Engels-Werke, Band 23, Dietz-Verlag.

Kontakt:
Termin: jeden Dienstag, 18:3o Uhr (Online!)
Erster Termin: 25.10.2022

Der Zoom-Link wird mitgeteilt bei der Anmeldung unter: .



Lektürekurs Karl Marx: Das Kapital, Band 1 (Fortsetzung mit 13. Kapitel)

Die Marxsche Kritik zeigt, dass das Ziel der kapitalistischen Gesellschaft in der Verwertung des Werts besteht. Diese selbstreferenzielle Dynamik entwickelt sich aus dem Zusammenspiel von Produktion und Zirkulation von Waren. Im ersten Band des Kapitals beabsichtigt Marx, den Produktionsprozess des Kapitals darzustellen. Die Auseinandersetzungen mit der Produktion des Mehrwerts zeigt die strukturelle Abhängigkeit der Menschen von diesem Prozess. Der Mehrwert, das treibende Motiv dieser Produktionsweise, wird durch die Verwertung der Ware Arbeitskraft im kapitalistisch organisierten Produktionsprozess produziert. In den Analysen der Formen der Mehrwertproduktion wird die Dialektik des bürgerlichen Freiheitsbegriffs deutlich: Die formal freien Lohnarbeiter müssen um ihrer eigenen Reproduktion willen ihre Arbeitskraft an die Besitzer der Produktionsmittel verkaufen. „Lohnarbeiter“ ist mithin jemand, „der sich selbst freiwillig zu verkaufen gezwungen ist“ (MEW 23: 793). Die Dominanz des Verwertungsprozesses strukturiert in ihrem historischen Verlauf den Produktionsprozess: Auf die formelle Subsumtion der Arbeit unter das Kapital folgt die reelle Subsumtion. Dies beinhaltet die Freisetzung einer enormen Produktivkraft und prägt dabei der Technologie ihren kapitalistischen Charakter auf. Um 1870 stellte sich deren Ausprägung als „große Industrie“ (Marx) dar, die von nun an die Gesellschaften und auch den Planeten tiefgreifend umgestaltet. Der Rationalität in der Produktion steht dabei die gesellschaftliche Teilung der Arbeit gegenüber: die Zersplitterung in unabhängige Warenproduzenten, deren Kontakt nur über den Markt vermittelt stattfindet. Daraus resultiert die „regellose Willkür“, die den Warenproduzenten als „überwältigende Naturnotwendigkeit“ erscheint (MEW 23: 377) – als hinzunehmender Sachzwang der Konkurrenz. Die diesem Prozess innewohnende Krisendynamik diskutiert Marx später in dem Abschnitt über den Akkumulationsprozess des Kapitals.

EinsteigerInnen, mit entsprechenden Vorkenntnissen, sind herzlich willkommen. Der Kurs findet als online-Kurs (jitsi) statt. Eine Anmeldung per Mail ist daher erforderlich.

Kontakt: Paul Stegemann
Termin: jeden Freitag, 10:00-11:30 (Online!)

Zum Einstieg in den laufenden Kurs bitte Kontakt aufnehmen:



Das „Kapital“ lesen
Kritik der Politischen Ökonomie für Einsteiger:innen

Was erwartet euch:
Seit der Weltfinanzkrise ist Marx wieder en vogue. Dabei fällt vielen der Einstieg in sein Hauptwerk, das „Kapital“, schwer und es kursieren die wildesten Meinungen, was denn eigentlich da so drin steht. Wir wollen uns mit kritischer Distanz dem Text nähern und zentrale Passagen gemeinsam erarbeiten: Was versteht Marx unter dem „Wert“? Was unter „Ausbeutung“? Gibt es wirklich noch Klassen und was ist eigentlich diese ominöse Dialektik?
Der Workshop wird eingeleitet durch eine ganz kurze geschichtliche Einbettung des Textes. Zum Abschluss stellen wir euch verschiedene Lesarten (Operaismus, Wertkritik, „Neue Marxlektüre“, und „Historische Lesart“) vor, die den Text teilweise sehr unterschiedlich auslegen und geben euch eine Auswahl an Möglichkeiten, wie ihr euch weiter mit der Kritik der politischen Ökonomie auseinandersetzen könnt.

Referenten:
Tobias ist studierter Philosoph und bietet seit Jahren Lesekreise zum „Kapital“ von Marx bei der MASCH (www.masch-hamburg.de) an. Paul ist Soziologe und leitet ebenfalls seit Jahren „Kapital“-Lesekreise.

Anmeldung und Material:
Die Teilnehmer:innenzahl ist begrenzt, darum bitten wir um eine kurze Anmeldung. Wir schicken euch dann einen Reader mit Auszügen aus dem „Kapital“, in den ihr gerne vorher schon reinlesen dürft, aber nicht müsst. Der Reader wird von uns ausgedruckt, ihr braucht also nichts mitbringen.

Wichtig: Der Kurs richtet sich an Personen ohne Vorkenntnisse. Falls ihr schon Vorkenntnisse habt, könnt ihr gerne teilnehmen, wir wollen aber für alle verständlich und gemeinsam den Text erarbeiten, ohne Expert:innendiskussionen.

Organisiert von Nutzer:innen des Centro Sociale in Kooperation mit der MASCH Hamburg.

Zeitrahmen:
Fr. 11.11.2022 | 18 – 22 Uhr
Sa. 12.11.2022 | 10 – 18 Uhr
Ort: Centro Sociale, Sternstraße 2, 20357 Hamburg
Kontakt: .

Interessent:innen für diesen Kurs melden sich bitte per E-Mail an: .


Veranstaltungsorte und Anfahrt
Alle Veranstaltungen an der Universität Hamburg sind Veranstaltungen der MASCH-Hochschulgruppe.

Die Veranstaltungen im Pferdestall (Uni Hamburg, Department Sozialwissenschaften, Allendeplatz 1), im WiWi-Bunker (Uni Hamburg, Von-Melle-Park 5), in der Heinrich-Heine-Buchhandlung ( Grindelallee 28) und im Centro Sociale (Sternstraße 2, 20357 Hamburg) sind für RollstuhlfahrerInnen zugänglich.

ÖPNV:
Uni Hamburg/Heinrich-Heine-Buchhandlung: U1 Hallerstraße / S21, S31, Bus 109 Dammtor / Bus 4 + 5 Grindelhof
Centro Sociale: U3 Feldstraße, Bus 3 Feldstraße. Steilshoop: Bus 7, 26, 118 Einkaufszentrum Steilshoop. Werkstatt 3: Bus 2, 37, 283, 288 Fabrik.

Hinweise:
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Tagungsband: Aufhebung des Kapitalismus
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  Impressum | Datenschutzerklärung Letzte Änderung: 30.09.22