Polyana Tidre
Die Neubestimmung der „bürgerlichen Gesellschaft“ bei Hegel
Die Identität des Staates und der Gesellschaft löst sich mit dem Umbruch der Moderne auf. Während bürgerliche Interpreten hervorheben, dass Hegel diese Trennung positiv beurteilt – sie bedeutet schließlich die Emanzipation des Staates, der Sphäre des Allgemeinen, von der bürgerlichen Gesellschaft als dem Bereich der Ungleichheiten und der besonderen Interessen –, ist nicht weniger zu betonen, dass Hegel auf eine neue Vereinigung der beiden Sphären drängt, ohne damit zum antiken oder mittelalterlichen Ideal des politischen Lebens zurückzukehren. Hegels Studien der englischen politischen Ökonomie führen ihn zu der Einsicht, dass die bürgerliche Gesellschaft sich notwendig selbst zerstört, wenn sie nicht durch den Staat kontrolliert wird. Hegels Ziel liegt also in der Suche nach einer neuen, modernen und vermittelten Art von Beziehung zwischen Staat und bürgerlicher Gesellschaft. Anders als nach ihm Marx glaubt er an die Möglichkeit einer solchen Aufhebung der Widersprüche der bürgerlichen Gesellschaft.
Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.
Referentin: Polyana Tidre (Bochum)
Termin: Donnerstag, o2.o5.2o13, 18:oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1, Pferdestall, 1. Stock, Raum 1o8
Richard Thomas
Aristoteles als Soziologe
Der griechische Philosoph Aristoteles (384-322 v. u. Z.) hat mit seiner „Politik“ eine der bedeutendsten erhaltenen politischen Schriften der Antike hinterlassen. Dabei hat Aristoteles wie nur wenige andere antike Denker die Gesellschaft seiner Zeit gedanklich zu erfassen versucht. Gegenüber individualistischen Gedanken seiner Zeit hebt er den Vorrang des Allgemeinen hervor: Der Mensch sei als „zoon politikon“ von Natur aus auf die Gemeinschaft ausgerichtet. Dabei sieht er sogar den Status als Sklave oder freier Bürger in der Natur des betreffenden Einzelnen verankert. An Aristoteles’ politischer Philosophie lässt sich daher die Verschränktheit von Wissenschaft und die Gesellschaft legitimierender Ideologie verdeutlichen.
Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.
Referent: Dr. Richard Thomas (Hamburg)
Termin: Donnerstag, 25.o7.2o13, 18:oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1, Pferdestall, 1. Stock, Raum 1o8
„Jour fixe“ der MASCH Hamburg
Unser (un)regelmäßiges Treffen zum Kennenlernen der MASCH und für Informationen über unser Programm. Wer Lust hat, schaut einfach mal vorbei.
Kontakt: Ulf Brandenburg (Tel. o4o / 316 334)
Termin: unregelmäßig am 2. Dienstag im Monat, o9.o4.2o13, 14.o5.2o13, 18h - 19h
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o1