Vermessenes Altona – 150 Jahre Firma Dennert & Pape (Aristo) in Altona
Führung durch die Ausstellung im Altonaer Museum zur Firmengeschichte von Dennert & Pape, besser bekannt unter dem Markennamen Aristo. Es gibt nicht nur eine Vielzahl von Erzeugnissen, sondern auch zahlreiche aufschlussreiche Dokumente aus dem Arbeitsalltag und z. B. Firmenfesten zu sehen. Hier wird die komplette neuere deutsche Geschichte von 1862 bis 2012 anhand eines kriegswichtigen Unternehmens gespiegelt.
Der Museums-Eintritt von 6 Euro (ermäßigt 4 Euro) ist selbst zu zahlen.
Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.
Führung: Roman-Raffaele Chirico (Hamburg)
Termin: Sonntag, 22.o4.2o12, 14:oo bis 15:oo Uhr
Ort: Museum Altona, Museumstraße (ÖPNV: S-Bahn Altona), Treff 13:45 im Foyer des Museums.
Martin Kersting
Hure Vernunft
Lutherische Mystik in der Reformationspropaganda
In dem „Sermon von den guten Werken“ spricht Martin Luther: „ … denn es ist nichts Gefährlicheres in uns als unsere Vernunft und unser Wille. Und dies ist das höchste und erste Werk Gottes in uns und die beste Übung darin, unser eigenes Wirken zu unterlassen, wenn wir der Vernunft und dem Willen müßig gehen.“ Folgerichtig kann er auch in einer Wittenberger Predigt verkünden: „Und was ich von der Brunst, so eine grobe Sünde ist, rede, solches ist auch von der Vernunft zu verstehen: denn dieselbige schändet und beleidigt Gott in geistlichen Gaben, hat auch viel greulichere Hurenübel denn eine Hure.“ Die Aufforderung an die Gläubigen: „Darum siehe, daß du die Vernunft im Zaume hältst und folgst nicht ihren schönen Gedanken: wirf ihr einen Dreck ins Angesicht, auf daß sie häßlich werde.“
Durch eine sehr einseitige Rezeption Taulers und der damals Tauler zugeschriebenen „Theologia Deutsch“ konstruiert Martin Luther einen Gegensatz zwischen dem „Wort Gottes“ und der menschlichen Vernunft zur Abwehr der Forderungen sowohl der revolutionären Bauern als auch der Wiedertäufer.
An einem Gedicht von Hans Sachs mit einem Holzschnitt von Peter Flöther soll der propagandistische Einsatz der Lutherschen Mystik untersucht werden.
Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.
Referent: Dr. Martin Kersting (Hamburg)
Termin: Freitag, 11.o5.2o12, 18.oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1, Pferdestall, 1. Stock, Raum 1o8
Reihe: Ökonomie des Sozialismus*
Ulf Brandenburg: Unmittelbare Vergesellschaftung?
Planwirtschaft am Beispiel der ersten 5-Jahres-Pläne in der UdSSR
Ab dem ersten Weltkrieg bildeten sich in den hoch entwickelten kapitalistischen Nationalstaaten Elemente einer gesamtgesellschaftlichen Steuerung heraus. Es entwickelte sich eine Debatte über die Planbarkeit des Kapitalismus.
Unter anderen gesellschaftlichen Bedingungen wurde in der jungen UdSSR versucht, planmäßig eine sozialistische Gesellschaft aufzubauen. Diese so genannte Planwirtschaft änderte ihre Formen im Lauf der Zeit. Wir wollen uns die Versuche während der Zeit der ersten Fünf-Jahres-Pläne (1928-1937) in der UdSSR ansehen.
In einer Diskussion könnte es z. B. um die Frage gehen, welche Voraussetzungen nötig sind, um die prinzipiellen Schranken, die eine gesellschaftliche Planung unter kapitalistischen Vorzeichen hat, zu überwinden.
Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.
Referent: Ulf Brandenburg (Hamburg)
Termin: Freitag, o8.o6.2o12, 18:oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o8
Reihe: Ökonomie des Sozialismus*
Martin Kersting: Sozialistische Architektur
„Mit dem Übergang der Produktionsmittel in Gemeineigentum hört die Einzelfamilie auf, wirtschaftliche Einheit der Gesellschaft zu sein. Die Privathaushaltung verwandelt sich in eine gesellschaftliche Industrie. Die Pflege und Erziehung der Kinder wird öffentliche Angelegenheit; die Gesellschaft sorgt für alle Kinder gleichmäßig, seien es eheliche oder uneheliche.“ So die Skizze von Friedrich Engels zur Familie im Kommunismus. (Der Ursprung der Familie des Privateigentums und des Staats., MEW, Bd. 21, S. 77). Eine „gesellschaftliche Industrie“ hat sicher andere Ansprüche an seine Baulichkeiten als eine „Privathaushaltung“.
Deshalb hegten auch viele Architekten – sowjetische und solche aus dem kapitalistischen Ausland – große Hoffnungen, dass mit der Oktoberrevolution auch eine Revolution im Bauwesen stattfinden würde. 1930 ging der Frankfurter Stadtbaurat Ernst May nach Magnitogorsk, um dort die erste sozialistische Stadt zu errichten – und kehrte wie seine Kollegen Bruno Taut oder Hans Schmidt Mitte der dreißiger Jahre desillusioniert zurück.
Ab dieser Zeit setzte sich eine Repräsentationsarchitektur durch, welche als Zuckerbäckerstil bezeichnet wurde. Schon die Zeitgenossen hatten Probleme, hier ein spezifisch sozialistisches Element zu erkennen.
Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.
Referent: Dr. Martin Kersting (Hamburg)
Termin: Freitag, 22.o6.2o12, 18:oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o8
* Veranstaltungsreihe: Ökonomie des Sozialismus:
Die MASCH plant für das Jahr 2013 einen Kongress zum Thema „Ökonomie des Sozialismus“. In Vorbereitung dazu werden wir in den nächsten zwei Jahren in lockerer Folge einige Veranstaltungen zu dem Thema durchführen oder auf entsprechende Veranstaltungen anderer MASCHs hinweisen. Mehr...
„Jour fixe“ der MASCH
Unser (un)regelmäßiges Treffen zum Kennenlernen der MASCH und für Informationen über unser Programm. Wer Lust hat, schaut einfach mal vorbei.
Kontakt: Ulf Brandenburg (Tel. o4o / 316 334)
Termin: unregelmäßig am 2. Dienstag im Monat, 18-19 Uhr (1o.o4.2o12, o8.o5.2o12, o5.o6.2o12)
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o8