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MASCH - Marxistische Abendschule Hamburg. Forum für Politik und Kultur e.V. ||||

Lektürekurse im Winter 2o16/2o17


Lektürekurs Karl Marx: "Grundrisse" (Neu)

Die „Grundrisse“ sind Manuskripte, die Marx 1857/58, also 10 Jahre vor Veröffentlichung des ersten Bandes des „Kapitals“ verfasst hat und die als Vorstudien zu diesem Band zu betrachten sind. Thematisch decken sie sich zum großen Teil mit dem ersten Band. Die „Grundrisse“ sind häufig von Strömungen des Marxismus herangezogen worden, die sich vom traditionellen Marxismus-Leninismus abgrenzen wollten. Solche Interpretationen waren und sind von dem Gedanken geleitet, dass Marx in den „Grundrissen“ Theoreme explizit gemacht hat, die im „Kapital“ verloren gegangen oder „versteckt“ worden sind. Bekannt ist in diesem Zusammenhang etwa das „Methodenkapitel“. (Ein entsprechendes Kapitel ist im „Kapital“ nicht vorhanden.) Allerdings ist dagegen zu halten, dass die „Grundrisse“ nur ein Stadium der marxschen Theoriebildung darstellen, nicht etwa deren höchste Stufe. In diesem Kurs wollen wir einen Großteil des Textes lesen und diskutieren. Er richtet sich an Personen, die bereits Kenntnisse der Kritik der Politischen Ökonomie besitzen.

Literatur:
Marx-Engels-Werke 42, Berlin 1983.
ältere Ausgabe: Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. (Rohentwurf 1857-1858) Anhang 1857-1859. (fotomechanischer Nachdruck der Moskauer Ausgabe von 1939 und 1941. Hrg. v. Marx-Engels-Lenin Institut, Moskau).

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: 
Termin: jeden Dienstag, ab 25.1o.2016, 18.3o Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o1



Lektürekurs Karl Marx: "Das Kapital", Band 1 (Fortsetzung mit 23. Kapitel) und Übergang zu Band 2

In dem bisher Gelesenen haben wir gesehen, wie Marx die historisch spezifischen gesellschaftlichen Formen Ware, Geld und Kapital entwickelt und den kapitalistischen Produktionsprozess als Produktion von Mehrwert darstellt, zunächst als Produktion von absolutem Mehrwert durch Verlängerung des Arbeitstages über die notwendige Arbeitszeit hinaus, und dann als Produktion von relativem Mehrwert durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, wodurch die notwendige Arbeitszeit verkürzt und die Mehrarbeitszeit entsprechend verlängert wird. Wir haben das Wechselverhältnis von absolutem und relativem Mehrwert und ihren Umschlag ineinander kennengelernt und die Auswirkungen von Änderungen in der Produktivkraft und Intensität der Arbeit sowie der Länge des Arbeitstags auf das Teilungsverhältnis zwischen Preis der Arbeitskraft und Mehrwert. Wir haben gesehen, wie sich der Wert der Arbeitskraft notwendig in der irrationalen Form des Preises der Arbeit darstellt. Bei der Betrachtung des kapitalistischen Produktionsprozesses in seiner beständigen Wiederholung, als Reproduktion, verschwand der beim einzelnen Prozess vorhandene Schein, als würde der Arbeiter vom Kapitalisten aus dessen ursprünglichen Vermögen bezahlt, vielmehr zeigte sich, dass der ganze Lohn der Arbeiterklasse eine bloße Anweisung auf einen Teil ihres eigenen Arbeitsprodukts und das gesamte Kapitalvermögen bloß Produkt der beständigen Aneignung unbezahlter Arbeit ist. Das Kapital erwies sich als alle seine Voraussetzungen reproduzierender Prozess.
Gegenwärtig lesen wir, welche neuen Eigenschaften des kapitalistischen Produktionsprozesses sichtbar werden, wenn man seinen Charakter als Akkumulationsprozess durch Verwandlung von Mehrwert in Kapital in den Blick nimmt.

Nach der Lektüre der verbliebenen drei letzten Kapitel des ersten Bandes werden wir direkt zum zweiten Band, zum Zirkulationsprozess des Kapitals, übergehen.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Ansgar Knolle-Grothusen,
Termin: jeden Donnerstag, ab 27.1o.2o16, 18.3o Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o1



Lektürekurs Karl Marx: "Das Kapital", Band 3 (Fortsetzung mit viertem Abschnitt)

Nach der Formulierung der Krisentheorie im dritten Abschnitt wendet sich Marx der Frage zu, wie die Aufteilung des Mehrwert unter verschiedene „Kapitalisten, die andre Funktionen im großen und ganzen der gesellschaftlichen Produktion vollziehn“ (MEW 23: 589), stattfindet. Die Frage der Verwandlung von Warenkapital und Geldkapital in Warenhandlungskapital und Geldhandlungskapital wird erörtert. Des Weiteren die Frage der Aufspaltung des Mehrwerts unter die verschiedenen Personengruppen und den sich ergebenden selbständigen Formen, die der Mehrwert annimmt – wie Profit, Zins, Handelsgewinn, Grundrente. Marx zeigt damit letztlich, wie eine konsequent angewendete Werttheorie hätte formuliert werden müssen – als Kritik. Marx zeigt darüber hinaus, wie die Mystifikation der kapitalistischen Produktionsweise – als notwendig falsches Bewusstsein – zustande kommt. Wie „das unmittelbare Zusammenwachsen der stofflichen Produktionsverhältnisse mit ihrer geschichtlich-sozialen Bestimmtheit“ im bürgerlichen Bewusstsein und der Theorie der Ökonomen vollendet wird. Wie also die „verzauberte, verkehrte und auf den Kopf gestellte Welt“ zustande kommt und sich in „Alltagsvorstellungen“ niederschlägt (MEW 25: 838f.). Diese Verdinglichung der gesellschaftlichen Verhältnisse kann dagegen nur reflexiv durch Kritik – durch Kritik des bürgerlichen Bewusstseins und durch Theorie-Kritik – transzendiert werden.

EinsteigerInnen mit entsprechenden Kenntnissen sind herzlich willkommen.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Paul Stegemann,
Termin: jeden Freitag, ab o4.11.2o16, 12.15 Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o1



Lektürekurs Karl Marx: "Das Kapital", Band 3 (Fortsetzung mit sechstem Abschnitt)

Die weiteren Gestaltungen des Kapitals, wie sie von Marx im 3. Band des „Kapital“ entwickelt werden, nähern sich schrittweise den Formen, in denen sie auf der Oberfläche der Gesellschaft ins gewöhnliche Bewusstsein treten (beispielsweise im Wirtschaftsteil einer Tageszeitung oder bei den Aktionen der verschiedenen Kapitale aufeinander).

Wir setzen den Kurs mit dem sechsten Abschnitt („Verwandlung von Surplusprofit in Grundrente“) fort. Hier zeigt Marx, wie das Eigentum an Grund und Boden, das ja älter ist als das industrielle Kapital, in das System der kapitalistischen Verwertung eingebunden und dem Kapital untergeordnet wird. Dieser Abschnitt ist gleichzeitig auch eine gute Einführung in die marxsche Monopoltheorie.

Neueinsteiger sind herzlich willkommen, sollten aber über entsprechende Vorkenntnisse verfügen.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Ulf Brandenburg, Tel. o4o/316 334
Termin: jeden Mittwoch, ab 26.1o.2o16, 18.3o Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o1



Lektürekurs Immanuel Kant: Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können (1783) (Fortsetzung)

Kant schrieb die „Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können“ (kurz „ Prolegomena“) nach dem Erscheinen der „Kritik der reinen Vernunft“ (1781). Da es nach dem Erscheinen der „Kritik der reinen Vernunft“ zu vielfältigen Missverständnissen kam und die mit ihr verbundene 'Änderung der Denkungsart' von den Rezipienten nicht erkannt wurde – die später sogenannte 'kopernikanische Wende' – suchte er mit der nun nachgelieferten Schrift der „Prolegomena“ als einer 'Vorübung' zur „Kritik der reinen Vernunft“ deutlich zu machen, welche Überlegungen ihn dazu nötigten die „Kritik der reinen Vernunft“ zu schreiben. Daher wiederholt die Schrift in gewisser Weise mittels einer veränderten Methode den Inhalt der „Kritik der reinen Vernunft“. Zugleich will er damit die Missverständnisse und das Unverständnis der „Kritik der reinen Vernunft“ gegenüber aus dem Feld räumen, sowie einige, nach Kants eigenem Urteil nicht ganz gelungene, Teile der „Kritik der reinen Vernunft“ verbessert darstellen. Weiterhin zielt er darin auf eine deutlichere Abgrenzung gegenüber George Berkeley und David Hume.

Die einstündige Sitzung ist in erster Linie dem intensiven Studium des Textes gewidmet. Die Schrift gibt es in verschiedenen Ausgaben (Suhrkamp, Akademie Verlag u.a. - auch antiquarisch); im Internet z.B. unter gutenberg.spiegel.de/buch/prolegomena-3511/1.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Dr. Michael Löbig, 
Termin: jeden Donnerstag, ab 27.1o.2o16, 18:oo - 19.oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 4. Stock, Raum 4o9



Lektürekurs Theodor W. Adorno: Philosophische Terminologie (Fortsetzung Band 2)

Im Seminar haben wir 8 von den Vorlesungen, die im Band 2 der „Philosophische Terminologie“ abgedruckt sind, gelesen und diskutiert. In diesem Zusammenhang gab es immer wieder kleinere und größere Exkurse, insbesondere zu Kant und Hegel.

Adornos „Philosophische Terminologie“ ist eine Einführung in die zentralen Begriffe der Philosophie. Er zeigt jedoch, dass die Begriffe der Philosophie nicht wie in einem Wörterbuch einfach per Definition bestimmt und ein für alle Mal festgelegt werden können. Durch die Art und Weise seiner Darstellung wird seine Einführung in die Begriffe der Philosophie zugleich eine Einführung in die Philosophie überhaupt. Adorno zeigt, wie sich Bestimmungen einzelner Termini im Verlauf der Geschichte sowohl durch ihre immanente Reflexion wie auch durch die jeweilige Zeit, in der diese Reflexionen zugleich Reflexionen der gesellschaftlichen Verhältnisse sind, verändern. Da Adorno im Verlauf seiner Darstellung einzelner Termini die verschiedensten Autoren aus der Geschichte der Philosophie heranzieht, wird es zu einigen besonders wichtigen Aspekten Exkurse zu einzelnen Philosophen geben. Dies wird jeweils in den Sitzungen zuvor besprochen.

Literatur: T. W. Adorno: Philosophische Terminologie, Bd. 2, Suhrkamp Verlag; gegebenenfalls antiquarisch als Taschenbuch erhältlich.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Dr. Michael Löbig, 
Termin: jeden Donnerstag, ab 27.1o.2o16, 19.oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Von-Melle-Park 5 (WiWi-Bunker), EG, Raum oo8o


Alle Veranstaltungen an der Universität Hamburg sind Veranstaltungen der MASCH-Hochschulgruppe.

Die Veranstaltungen im Pferdestall (Universität Hamburg, Fachbereich Philosophie und Sozialwissenschaften, Allendeplatz 1, 2o146 Hamburg) und im WiWi-Bunker (Uni Hamburg, Von-Melle-Park 5) sind für RollstuhlfahrerInnen zugänglich.

Hinweise:
Buchpräsentation auf den Linken Buchtagen 2016 (Audio-Mitschnitt):
Tagungsband: Aufhebung des Kapitalismus
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