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MASCH - Marxistische Abendschule Hamburg. Forum für Politik und Kultur e.V. ||||

Lektürekurse im Sommer 2o17


Lektürekurs Karl Marx: "Das Kapital", Band 1 (Neu)

Die gegenwärtige Entwicklung in den Gesellschaften beunruhigt nicht nur viele 'Bürger', sondern auch Politiker, während zugleich die als 'Globalisierung' genannte ökonomische Entwicklung den häufig beklagten Primat der Ökonomie gegenüber der Politik belegt. Die ehemaligen 'linken' Antiglobalisierungskritiker sind weitgehend verstummt, weil sie fürchten, mit einer europaweit erstarkenden 'Rechten' gleichgesetzt zu werden. Damit wächst die Ohnmacht und Verzweiflung angesichts unübersichtlich gewordener gesellschaftlicher Verhältnisse in Kreisen politisch interessierter Menschen, während die an Ökonomie und Politik uninteressierten (nicht nur jungen) Menschen in den reichen Zentren kapitalistischer Produktion sich über den steigenden Wohlstand erfreuen. Sie alle verbindet die Zunahme von Angst, entweder vor möglichen neuen gesellschaftlichen Katastrophen einerseits, oder einem möglichen sozialen Abstieg andererseits. Insgesamt scheint es deshalb, als wäre das vereinzelte Individuum in der bürgerlichen Demokratie zur Ohnmacht verdammt.

Während also inzwischen in bürgerlichen Zeitungen darüber diskutiert wird, inwieweit Karl Marx mit seinen Prognosen doch recht behalten könnte (DIE ZEIT) und die Kulturindustrie einen Film über die Person des 'jungen' Marx in die Kinos bringt, wird an deutschen Universitäten die ökonomische Theorie von Marx nirgends gelehrt. Um aber diese (weltweit) sich ausbreitende Entwicklung begreifen zu können, bedarf es einer Reflexion auf das die Gesellschaften weltweit bestimmende und beherrschende ökonomische Prinzip, das Karl Marx in seinem Hauptwerk 'Das Kapital' dazulegen unternimmt. Die Überwindung der sich ausbreitenden individuellen Ohnmacht ist demnach gebunden an die Erkenntnis der Gründe für diese Entwicklung. Hierzu ist das Studium der "Kritik der politischen Ökonomie" von Karl Marx ein erster Schritt. In seinem Werk liefert er die Analyse und Kritik der ökonomischen Zusammenhänge, der wirkenden Mechanismen und gesellschaftlichen Bedingungen, durch die die gegenwärtige Entwicklung bestimmt wird. In dem Kurs werden wir gemeinsam den Text studieren und diskutieren.

Textgrundlage: Karl Marx, Das Kapital. Zur Kritik der politischen Ökonomie, Band 1 (hier gibt es verschiedene – auch neue Ausgaben)

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Dr. Michael Löbig, 
Termin: jeden Donnerstag, ab 13.o4.2o17, 19.oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o7



Lektürekurs: Aspekte und Studien zum autoritären Charakter (Neu)

Die nicht nur in den europäischen Staaten sich abzuzeichnen beginnende Entwicklung zu autoritären Regierungsformen ist keine Entwicklung, die dem Zufall geschuldet oder einfach das Resultat von populistisch agierenden Politikern etc. ist. Schon Max Horkheimer hatte in den dreißiger Jahren auf den Zusammenhang zwischen kapitalistischer Produktionsweise und der Ausbreitung eines autoritären Charakters, insbesondere in sogenannten Krisenzeiten, hingewiesen. In diesem einstündigen Seminar soll deshalb der Versuch unternommen werden, am Beispiel von kurzen Texten Max Horkheimers, Herbert Marcuses, Th. W. Adornos u.a., sowie neueren Studien beispielhaft zu zeigen, wie es zu einer solchen Entwicklung mit welchen Konsequenzen kommen kann.

Die Textgrundlage wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben bzw. zunächst in Kopien verteilt.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Dr. Michael Löbig, 
Termin: jeden Donnerstag, ab 13.o4.2o17, 18.oo - 19.oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o7



Lektürekurs Immanuel Kant: Prolegomena – Transzendentale Dialektik (Neu)

In den Prolegomena geht es um das Denken selbst. Kant untersucht Mathematik und Naturwissenschaft, um zu ergründen, wie Denken zu apodiktischen Wahrheiten kommt. Dies tut er mit der Absicht, gleiches für die Philosophie zu ermöglichen. Dabei ist Denken relativ leicht, schwierig wird die Sache erst, wenn es um die Frage geht, wie kommt das Denken zu notwendigen und allgemeingültigen Erkenntnissen. Um diese Frage geht es im Grunde in den Prolegomena (=Vorüberlegungen) von Kant. Auch wenn er die Frage, wie und wodurch ist die Welt erkennbar, gleich mitbeantwortet. In diesem Kurs wollen wir einerseits die Lektüre fortsetzen, andererseits das bisher Erarbeitete rekapitulieren, damit neu dazukommende Leser von vorne beginnen können, um dann ab der dritten Hauptfrage wieder mit der bewährten Satz-für-Satz-Lektüre fortzufahren.
Der Inhalt des Textes führt dazu, dass so ziemlich alle entscheidenden Fragen der Philosophie zur Sprache kommen, und zwar in Reinform. Kant formuliert ja fast immer so, dass man ihm beim Denken zuschauen kann.

Der Lektüreplan würde in etwa so aussehen: Für die folgenden Abschnitte sehe ich je eine der ersten fünf Sitzung zum Vergegenwärtigen vor: Vorrede (1.), Vorerinnerung = §§ 1 -3 (2.), §§ 4 +5 (3.), Wie ist reine Mathematik möglich (4.), Wie ist reine NW möglich? Mit dem Thema: was ist ein Naturgesetz (5.).
Und ab der Frage „Wie ist Metaphysik überhaupt möglich?“ werden wir dann wieder minutiös Satz für Satz, wenn nötig, Wort für Wort lesen. Von daher ist dieser Lektürekurs auch zu verstehen als eine Möglichkeit, zu ergründen, wie philosophische Texte überhaupt zu lesen wären.
Schwerpunkt wird thematisch übrigens die Transzendentale Dialektik sein, die ohne weiteres als Ausgangspunkt für Hegels Dialektikbegriff gesehen werden kann. Denn, was viele nicht wissen, der neuzeitliche Begriff der Dialektik geht auf Kant zurück. [Meines Erachtens beginnt ein vertieftes Verständnis der Hegelschen Philosophie mit der Durchdringung der Transzendentalen Dialektik, in der die Kritik der reinen Vernunft gipfelt.]

Falls eine Neuanschaffung dieses Textes anstehen sollte, würde ich die Meiner Ausgabe von Konstantin Pollok, ISBN 3787315772, empfehlen, ansonsten geht jede andere Ausgabe natürlich auch.
Stichworte: Subjekt-Objekt-Dualismus, Wissenschaft, Denken, Einheit, Synthesis, Apodiktiziät, Ding, Gegenstand, Erfahrung, Wahrnehmung, Urteil, Satz, Axiom, Analogie, Metaphysik, Transzendentalphilosophie, Kritik, Vernunft, Verstand, Sinnlichkeit, Urteilskraft, Zeit, Raum, Kausalität.

Zum Mitlesen sind auch die eingeladen, die womöglich gerade mit einer Haus- oder Examensarbeit zu den Themen befasst sind. [Oder Schüler, die an ein Philosophie-Studium denken.] Ansonsten ideal für alle, die wissen wollen, wie das geht: Philosophie. [Konzentriertes, ernsthaftes, an der Sache interessiertes Zuhören steht aus meiner Sicht am Beginn des Philosophierens] Und dabei dann auch gleich mitmachen.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Thomas, 
Termin: jeden Dienstag, ab 11.o4.2o17, 18:3o Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o1



Lektürekurs Karl Marx: "Grundrisse" (Fortsetzung)

Lektürekurs Karl Marx: "Grundrisse" (Fortsetzung)Die „Grundrisse“ sind Manuskripte, die Marx 1857/58, also 10 Jahre vor Veröffentlichung des ersten Bandes des „Kapitals“ verfasst hat und die als Vorstudien zu diesem Band zu betrachten sind. Thematisch decken sie sich zum großen Teil mit dem ersten Band. Die „Grundrisse“ sind häufig von Strömungen des Marxismus herangezogen worden, die sich vom traditionellen Marxismus-Leninismus abgrenzen wollten. Solche Interpretationen waren und sind von dem Gedanken geleitet, dass Marx in den „Grundrissen“ Theoreme explizit gemacht hat, die im „Kapital“ verloren gegangen oder „versteckt“ worden sind. Bekannt ist in diesem Zusammenhang etwa das „Methodenkapitel“. (Ein entsprechendes Kapitel ist im „Kapital“ nicht vorhanden.) Allerdings ist dagegenzuhalten, dass die „Grundrisse“ nur ein Stadium der marxschen Theoriebildung darstellen, nicht etwa deren höchste Stufe. In diesem Kurs wollen wir einen Großteil des Textes lesen und diskutieren. Er richtet sich an Personen, die bereits Kenntnisse der Kritik der Politischen Ökonomie besitzen. Interessenten melden sich bitte vorab per E-Mail.

Literatur:
Marx-Engels-Werke 42, Berlin 1983.
ältere Ausgabe: Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. (Rohentwurf 1857-1858) Anhang 1857-1859. (fotomechanischer Nachdruck der Moskauer Ausgabe von 1939 und 1941. Hrg. v. Marx-Engels-Lenin Institut, Moskau).

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: 
Termin: jeden Dienstag, ab 11.o4.2o17, 18.3o Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o7



Lektürekurs Karl Marx: "Das Kapital", Band 3 (Fortsetzung mit fünftem Abschnitt)

„Wenn, wie der Leser zu seinem Leidwesen erkannt hat, die Analyse der wirklichen, inneren Zusammenhänge des kapitalistischen Produktionsprozesses ein sehr verwickeltes und eine sehr ausführliche Arbeit ist; wenn es ein Werk der Wissenschaft ist, die sichtbare, bloß erscheinende Bewegung auf die innere wirkliche Bewegung zu reduzieren, so versteht es sich ganz von selbst, daß in den Köpfen der kapitalistischen Produktions- und Zirkulationsagenten sich Vorstellungen über die Produktionsgesetze bilden müssen, die von diesen Gesetzen ganz abweichen, und nur der bewußte Ausdruck der scheinbaren Bewegung sind“ (MEW 25: 324). Marx Kritik der Theorien der Politischen Ökonomie zeigt, wie eine konsequent angewendete Werttheorie hätte formuliert werden müssen – als Kritik. Diese Kritik kann nicht in der Form eines Systems erfolgen, die den falschen Theorien eine richtige gegenüberstellt, sondern muss die Notwendigkeit der verkehrten Theorien aufzeigen. Die Mystifikation der kapitalistischen Produktionsweise – das notwendig falsche Bewusstsein – darzustellen, ist zentraler Kritikansatz der Kritik der Politischen Ökonomie. Diese Verdinglichung der gesellschaftlichen Verhältnisse kann nur reflexiv durch Kritik transzendiert werden.
Wir setzen unsere Lektüre im fünften Abschnitt fort. Die Fragen der Aufspaltung des Mehrwerts unter die verschiedenen Personengruppen und den sich ergebenden selbständigen Formen, die der Mehrwert annimmt – wie Profit, Zins, Handelsgewinn, Grundrente – werden nun Thema sein.

EinsteigerInnen mit entsprechenden Kenntnissen sind herzlich willkommen.

Ein Kurs der MASCH-Hochschulgruppe.

Kontakt: Paul Stegemann,
Termin: jeden Freitag, ab 28.o4.2o17, 12.15 Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o1


Alle Veranstaltungen an der Universität Hamburg sind Veranstaltungen der MASCH-Hochschulgruppe.

Die Veranstaltungen im Pferdestall (Universität Hamburg, Fachbereich Philosophie und Sozialwissenschaften, Allendeplatz 1, 2o146 Hamburg) und im WiWi-Bunker (Uni Hamburg, Von-Melle-Park 5) sind für RollstuhlfahrerInnen zugänglich.

Hinweise:
Buchpräsentation auf den Linken Buchtagen 2016 (Audio-Mitschnitt):
Tagungsband: Aufhebung des Kapitalismus
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